Briefe von Leserinnen und Lesern „Eine Schikane nach der anderen“

Wuppertal · Betr.: Rundschau-Artikel „Die Realität hat sich dem noch nicht angepasst“ und „Das sind genau die Fachkräfte, die gesucht werden“

Symbolbild.

Foto: Christoph Petersen

Wir sind ein kleiner Handwerksbetrieb für Sanitär- und Heizungstechnik. Wir sind also diejenigen, die für die Energiewende Wärmepumpen installieren sollen – viele Wärmepumpen bei größtem Fachkräftemangel.

Wir bilden aus. Unser Azubi ist Georgier und hat einen Bachelor of Engineering in Elektrotechnik in seinem Heimatland erworben. Bevor er zu uns kam, war er bereits fünf Jahre in der Bundesrepublik. In diesen fünf Jahren ist kein einzelner städtische Mitarbeiter auf die Idee gekommen, seinen Abschluss in Deutschland anerkennen zu lassen, ihn an das Elektrotechnik-Handwerk zu vermitteln oder auch nur einen Deutschkurs anzubieten.

In diesen Jahren übte er mehrere qualifikationsfreie Aushilfsjobs aus. Seine Kollegen dort waren in ähnlichen Situationen, sodass sich daraus auch kein Spracherwerb ergeben konnte. Erst seit ihn ein sozialer Träger an uns vermittelt hat und wir uns vehement für Kurse einsetzen, erhält er diese.

Die Qualität ist … nun ja. Und das Jobcenter und „Zentrum für Integration“: eine Schikane nach der anderen. Es wird damit gedroht, den Aufenthaltstitel nicht zu verlängern, Termine werden äußerst kurzfristig mitten in die Arbeitszeit gelegt. Und bei Bitten um Termine außerhalb dieser wird geantwortet: „Die Arbeit ist nicht so wichtig“. Was soll der Mann den daraus lernen?

T. Zimmermann (H.G. Zimmermann KG)

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