Redakteurin Nina Bossy sprach mit ihnen, über Fahrspaß und soziales Engagement.
Rundschau: Der 22. September ist offiziell "europäischer autofreier Tag". Überall in Deutschland werden Menschen aufgefordert, ihren Alltag mit dem Rad zu versuchen. Was habt ihr für Wuppertal geplant?
Zoé: Von insgesamt acht weiterführenden Schulen fahren Schüler mit dem Rad zum CinemaxX. Sie haben Plakate und Poster dabei, um auf den autofreien Tag aufmerksam zu machen.
Junis: Wir rechnen mit rund 500 Teilnehmern.
Marlene: Um 13 Uhr geht es los, später kommen alle zur Gesamtschule Langerfeld. Für dort sind Stände geplant, Bands treten auf und wir führen eine Podiumsdiskussion.
Rundschau: Fahrradfahren ist gerade ein wachsendes Thema in der Stadt. Aus allen Richtungen hört man Forderungen, die Stadt noch fahrradfreundlicher zu gestalten. Wie nehmt ihr das wahr?
Zoé: Bei uns Jugendlichen ist das Thema gar nicht so groß. An unserer Schule gibt es zum Beispiel kaum Fahrradständer.
Junis: Ich würde sagen, an meiner Schule kommen vielleicht 20 von 1.000 Schülern mit dem Rad.
Marlene: Bei uns fiebern alle dem Führerschein entgegen. Das Fahrrad geht total unter.
Rundschau: Könnte dafür auch ein Grund sein, dass Fahrradfahren in Wuppertal immer noch sehr gefährlich ist?
Zoé: Klar, es fehlen überall Fahrradwege. Auf manchen Strecken machen sich da auch die Eltern Sorgen.
Marlene: Dass Wuppertal erst auf dem Weg zur Fahrradstadt ist, sieht man zum Beispiel an der B 7-Planung. Die hat 2015 begonnen, von Fahrradfahrern war da keine Rede. Das Ergebnis sehen wir jetzt.
Junis: Radfahren im Verkehr ist wirklich heikel. Wenn man auf dem Bürgersteig fährt, ärgern sich die Fußgänger. Und auf der Straße hat man Angst, übersehen zu werden.
Marlene: Genau. Es gibt zwar die nachträglich eingezeichneten Schutzstreifen, aber die ändern nichts an der Straßenbreite, und der Radler ist trotzdem dicht an den Autos.
Rundschau: Der Verkehr müsste also für Radler sicherer werden. Was fehlt noch, um gerade junge Leute fürs Rad zu begeistern?
Marlene: Unsere Generation ist ein bisschen faul. Deshalb müssen wir weitersagen, wie viel Spaß Radfahren macht. Wenn Freunde es Freunden sagen, wissen es bald alle.
Junis: Der Spruch "Der Bus fährt sowieso" darf nicht mehr gelten. Denn der kommt oft unpünktlich und ist viel zu voll.
Zoé: Wir brauchen mehr Fahrradständer an den Schulen.
Rundschau: Warum brennt ihr eigentlich so fürs Fahrrad?
Marlene: Ich bin ein echter Öko — und Radfahren schützt die Umwelt.
Junis: Es macht einfach Spaß und tut gut.
Zoé: Man ist unabhängig und kann den Alltag loslassen.
Marlene: Irgendwie ist Fahrradfahren ein bisschen wie fliegen können.